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Therapie

Therapie Völlig unterschiedliche Therapiestrategien kommen beim Mastdarm und beim Analkarzinom zum Einsatz. Während die operative Entfernung des Tumors beim Mastdarmkrebs Therapie der Wahl ist, führt die alleinige Bestrahlung für das Analkarzinom bereits zur Heilung.

Kleine, nur auf die Schleimhaut beschränkte Tumore können lokal, das heißt durch den Anus reseziert werden. Dies kann neuerdings auch mit excellenten Ergebnissen mikrochirurgisch durchgeführt werden. Die Belastung für den Patientin ist äußerst gering, sodass auch

 
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Rektumkarzinome

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hochbetagten und intern eingeschränkt belastbaren Patienten dieser Eingriff zugemutet werden kann.

Neue Operationstechniken

Größere Tumore des Mastdarms werden durch einen längeren Bauchschnitt entfernt. Durch die verbesserte allgemeine Operationsvorbereitung, perioperativer Antibiotika- und Thromboembolieprophylaxe, durch verbesserte chirurgische Techniken sowie durch die postoperative Frühmobilisation werden heute Operationsletalitäten (Sterblichkeit) von unter 3% und eine niedrige postoperative Morbidität erzielt. Bezüglich des früher hohen Rezidivrisikos werden derzeit von einzelnen erfahrenen Chirurgen Ergebnisse erreicht, die kaum mehr verbessert werden können. So stellt die Operationstechnik nach Heald mit kompletter Schonung der Nervenäste im kleinen Becken unter kompletter Resektion des umgebenden Bindegewebes gemeinsam mit dem Mastdarm den operativen Standard dar.

Zur Verbindung (Anastomose) der beiden Darmenden nach Entfernung des Mastdarmes hat sich die Maschinennaht in fast allen Zentren durchgesetzt. Nur Analanastomosen werden von Hand mit Einzelknopfnähten hergestellt. Bei technisch schwierigen oder sehr tief gelegenen Anastomosen wird vorübergehend ein doppelläufiger Ausgang im rechten Ober- oder Unterbauch angelegt, um die frische Darmverbindung zu schonen. Dieser wird nach 6 - 12 Wochen durch einen zumeist einfachen Eingriff wieder verschlossen.

Nur bei sehr tief gelegenen Karzinomen muss auch der Schließmuskel entfernt werden. In diesem Fall ist eine Anastomose nicht mehr möglich und ein endständiger Ausgang im linken Unterbauch die Konsequenz. Die Wiederherstellung der Kontinenz nach einer derartigen Mastdarmentfernung ist gelegentlich durch eine Muskelverlagerung vom Oberschenkel um den Ausgang (z.B. durch die dynamische Gracilisplastik) möglich. Diese Methode wird aber nur an wenigen Abteilung angewandt.

Laparoskopische Verfahren zur Entfernung des Rektumkarzinoms sind Gegenstand klinischer Studien, die die Vorteile der neuen Methoden und die technische Weiterentwicklung möglichen Nachteilen (potentiell eingeschränkte Radikalität oder eine Tumoraussaat durch das Einbringen von Gas in den Bauraum) gegenüberstellen.

Thema: Anus praeter

Ein heikles Thema stellt in jedem Fall der künstliche Ausgang oder Anus praeter dar. Durch eine exakte Anlage und eine einfache Versorgung kann eine weitgehend uneingeschränkte Lebensqualität erreicht werden. Und sobald die Existenz des Ausganges als Folge der Heilung von einer sonst todbringenden Erkrankung verstanden wird erhöht sich auch die Akzeptanz des Anus praeter. Es hat sich bewährt, dieses Thema zu verbalisieren, im Familienkreis oder mit anderen Betroffenen eventuell in Selbsthilfegruppen. Auch Stomatherapeuten können Hilfe und Ratschläge geben, sodass ein künstlicher Ausgang zwar als Veränderung am eigenen Körper akzeptiert wird, aber in keiner Weise ein Leid darstellen muss!

Chemotherapie nach der Operation

Eine zusätzlich vor der Operation durchgeführte (neoadjuvant) Radiochemotherapie wird im Rahmen von Studien beim ausgedehnten Rektumkarzinom angeboten. Ziel ist hier das sogenannte downstaging, das eine derartige Tumorverkleinerung bedeutet mit der Vorstellung unter Umständen einen Schließmuskelerhalt zu ermöglichen.

Die postoperative Therapie

In den Vereinigten Staaten ist die adjuvante Radio- und Chemotherapie für alle Patienten mit großen Tumoren oder mit Lymphknotenbefall Standard. Auch europäische Krebsspezialisten schließen sich diesem Vorgehen an. Als Standard gilt derzeit eine zumeist gut verträgliche Kombinationstherapie (5 FU/Leukovorin), die sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden kann.

Differenziertes Vorgehen beim Analkarzinom

Durch die hohe Heilungsrate bei gleichzeitiger Funktionserhaltung des Schließmuskels gilt heute die primäre und alleinige Radiochemotherapie beim Analkarzinom als Standard. Nur bei unvollständiger Tumorrückbildung bzw. bei sehr ausgedehnten Tumoren, die den Sphinkter infiltrieren, kommt ein radikales operatives Vorgehen in Frage. Dabei wird durch einen Bauchschnitt der Mastdarm mit dem Anus komplett entfernt und ein endständiger Ausgang im linken Unterbauch angelegt (siehe oben).


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