Im Hinblick auf die weitere konservative Behandlung stehen folgende Substanzklassen zur Auswahl:
Die sogenannten H2-Blocker (Zantac®, Ulsal®, ..) führen zu einer raschen Ulkusabheilung und sind somit in der Akut- wie auch in der Langzeittherapie indiziert.
Eine komplette Hemmung der Säuresekretion wird durch die Protonenpumpeninhibitoren (PPI) erzielt. Bislang durchgeführte Studien zeigen, dass die PPI´s den H2-Blockern in der Behandlung überlegen sind.
Filmbildner (z.B. Ulcogant®) überziehen die Schleimhaut und das Ulcus und verhindern so das Eindringen von Säure und anderer aggressiver Faktoren.
Diätische Maßnahmen sind umstritten
Während Untersuchungen zu dem Schluss kommen, dass es keine spezielle Ulkusdiät gibt, finden wir unzählige medizinische Ratgeber mit Ernährungsvorschriften. Selbst in den meisten Krankenanstalten ist der Begriff "Magenschonkost" Standard. Generell wird die Empfehlung gegeben, die Dinge, die nicht vertragen werden, zu meiden. Kaffee und Alkohol in kleinen Mengen sind erlaubt. Sinnvoll erscheint durch eine vernünftige Reduktion der Nahrungszufuhr, vor allem vor dem Schlafengehen, eine Überblähung des Magens zu vermeiden. Ganz verzichtet werden sollte auf den Genuss von Nikotin.
Eine stationäre Behandlung ist nur bei den Komplikationen der Ulkuskrankheit erforderlich.
Ulcerationen des Magens und Zwölffingerdarmes haben eine hohe Spontanheilungsrate. Eine medikamentöse Therapie ist üblicherweise für 3-6 Wochen erforderlich. Sollte es nach einer 12wöchigen Therapie zu keiner Abheilung des Ulcus gekommen sein, muss an ein Karzinom des Magens gedacht werden.
Interventionelle Behandlung der Komplikationen
Blutungen können zumeist endoskopisch gestillt werden. Durch einen dünnen Kanal des Endoskopes wird eine Kanüle mit einer Nadelspitze vorgeschoben. Dann werden wenige Milliliter Äthoxysklerol oder Adrenalin und unter das Ulkus injiziert. Dadurch wird die Durchblutung gedrosselt und die Blutung gestillt. Eine andere Therapiemöglichkeit ist durch das Verkleben der Ulzera gegeben. Dabei kann durch die Injektion eines schnell härtenden Harzes eine Kompression des blutenden Gefäßes erreicht werden.
Auch Stenosen (Verengungen) sind interventionell endoskopisch behandelbar. Eine dünne Sonde mit einem Ballon an der Spitze wird unter Sicht durch die Verengung geführt. Mit vorsichtiger Insufflation von Luft oder Wasser wird der Ballon entfaltet und nach Erhöhung des Druckes kann die Verengung aufgedehnt werden. Durch eine Wiederholung dieser Maßnahme kann operativer Eingriff vermieden werden.
Wann ist eine Operation notwendig?
Die Indikation zu einer Operation wird beim unkomplizierten Ulkus durch die Erfolge medikamentöser Maßnahmen selten gestellt. Magenerhaltend ist eine Vagotomie. Darunter versteht man die magenwandnahe Durchtrennung der Nervenäste des Nervus Vagus, wodurch die Säureproduktion eingeschränkt wird.
Die Magenresektion bedeutet die Entfernung eines Teiles des Magens. Zur Behandlung des Ulkusleidens werden die beiden unteren Drittel des Magens und der Anfangsteil des Zwölffingerdarmes entfernt. Im wesentlichen sind hier die von Billroth bereits Ende des letzten Jahrhunderts beschriebenen Operationen zu nennen.
Heute beschränkt sich die Chirurgie zumeist auf die Therapie der Komplikationen. Perforationen müssen, wegen der Entzündung des Bauchfells, rasch operiert werden. Dies ist heute bereits oft laparoskopisch möglich. Über kleinste Hautschnitte wird zunächst der Bauchraum mit Luft aufgefüllt. Die Lücke der Magen- oder Zwölffingerdarmwand kann mit wenigen Nähten verschlossen werden. Wichtig ist auch die komplette Reinigung der gesamten Bauchhöhle von Magensekretresten und entzündlichen Belägen.
Auch endoskopisch nicht beherrschbare Blutungen müssen rasch operiert werden, wobei den kleineren und weniger belastenden Eingriffen (Ulkusumstechung) der Vorzug vor den größeren resezierenden Verfahren (Operation nach Billroth) gegeben wird.
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