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Zunächst wird die Papille aufgesucht und der Gallengang sicher sondiert. Ein Papillotom, das ist eine extrem dünne Sonde mit einem seitlichen Schneidedraht, wird in der Papille platziert und angespannt. Durch elektrischen Strom wird der Schneidedraht derart erhitzt, dass die Papille sorgfältig eingeschnitten werden kann. Dies schafft die Voraussetzungen für die Entfernung der Steine. Eine weiter Sonde mit einem Maschengeflecht wird über den Stein geschoben, wodurch dieser gefasst und entfernt werden kann. Eine weitere Möglichkeit besteht darin eine Kanüle mit einem kleinen aufblasbaren Ballon weit in den Gallengang vorzuschieben. Nach der Füllung des Ballons wird dieser vorsichtig durch den Gallengang gezogen, wodurch sich kleine Steine leicht entfernen lassen.
Lithotripter, Babyscope und weiter Möglichkeiten
Größere Steine müssen zuerst zerkleinert werden, da sie endoskopisch nicht geborgen werden können. Dies ist mechanisch mit einem sogenannten Lithotripter möglich. Dabei wird der Stein zunächst mit einem Drahtgitter eingefangen und durch ständige Kompression fragmentiert. Die kleinen Teile lassen sich danach leicht entfernen. Auch mit speziellen Ultraschallsonden, die bis an die Steine gebracht werden, können diese "geklopft" werden. Nach den Erfolgen der extrakorporalen Schockwellenlithotripsie bei Nierensteinen wurde auch dieses Verfahren, allerdings mit wechselndem Erfolg, bei Gallengangsteinen angewandt. Die zerkleinerten Fragmente müssen anschließend endoskopisch entfernt werden.
Weitere Möglichkeiten ergeben sich durch die Entwicklung spezieller Endoskope. Ein Motherscope (Mother wie Mutter) ist ein gering größeres Endoskop, durch dessen Führungskanal ein entsprechend dünnes, aber vollwertiges Babyscope durchgeführt werden kann. Mit diesem Babyscope kann nun der gesamte Gallengang bis zur Leber genau inspiziert werden. Durch kleine Kanäle im Babyscope können Gewebeproben entnommen werden. Festhaftende Steine können gezielt luxiert und entfernt werden.
In 90 Prozent der Fälle gelingt es durch endoskopische Verfahren eine Steinfreiheit zu gewährleisten. Die häufigsten Komplikationen sind die Blutung aus der Papillenschnittfläche (2%), eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (1,2%), eine Infektion der Gallengänge oder eine Perforation (jeweils 1%). Gelegentlich gelingt es auch nicht in einer Sitzung alle Steine zu entfernen und die ERCP muss einige Tage später wiederholt werden.
Wenn Steine nicht entfernt werden können
Alle verbliebenen Steine sind eine Indikation für ein operatives Verfahren. Der Gallengang führt von der Leber zum Zwölffingerdarm. Im mittleren Segment wird der Gallengang eröffnet und die Steine über eine Sonde entfernt, anschließend wird die Durchgängigkeit der Papille überprüft. Die Operation wird nach Naht des Gallenganges und Einlage eines Drains in denselben beendet. Dies dient zur Ableitung der Galleflüssigkeit während der ersten Woche. In den letzten Jahren wurde diese Operation an einigen Abteilungenn bereits laparoskopisch durchgeführt.
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