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Eine leichtere Entzündung und auch der erste Schub einer schweren Divertikulitis können zumeist konservativ mit Nahrungskarenz, Infusionstherapie, Antibiotika sowie Spasmolytika behandelt werden.
Die Indikation zu einer Operation wird bei dem Versagen der konservativen Maßnahmen und bei einem wiederholten Verlauf gestellt. Vor allem beim jüngeren Patienten sollte hier eher großzügig vorgegangen werden, da erfahrungsgemäß das Risiko von späteren Komplikationen ungleich größer ist. Die Empfehlung der European Association for Endoscopic Surgery (EAES) lautet: Operation nach 2 Divertikulitisschüben, da erst nach 1-2 Schüben Komplikationen auftreten.
Grundsätzlich besteht bei einer freien Perforation die Indikationsstellung zur sofortigen Operation. Zurückhaltendes Vorgehen ist jedoch bei der Divertikelblutung angezeigt, da 90% auch der massiven Blutung spontan zu Stillstand kommen. Außerdem kann bei unklarer Blutungslokalisation in dramatischen Fällen auch die komplette Darmentfernung notwendig werden.
Es wird ein einzeitiges Operationsverfahren mit Entfernung des entzündlichen Tumors und primärer Anastomose (das ist die Verbindung und Naht der beiden Darmenden) angestrebt, in akuten Fällen unter Zuhilfenahme der intraoperativen Darmspülung. Bei einer Verunreinigung des Bauchhöhle durch Stuhlbestandteile (Hinchey-Stadium IV), instabilem Patientenzustand sowie zusätzlichen Erkrankungen wird nach Entfernung des betroffenen Darmsegmentes der obere Darmschenkel als Ausgang ausgeleitet (Operation nach Hartmann). Ein Verschluss des Anus praeter ist bereits nach 6 bis 12 Wochen möglich. Für die Entscheidung primäre Anastomose oder nicht spielt der makroskopische Zustand der zu verbindenden Darmenden (gute Durchblutung, eitrige Beläge der Darmwand) eine entscheidende Rolle.
Das Ausmaß der Resektion wird nach unten auf den oberen Mastdarm ausgedehnt, um die Hochdruckzone am rektosigmoidalen Übergang mitzuresezieren. Über dem Divertikeltumor wird lediglich "im Gesunden" abgesetzt, ohne auf unauffällig Divertikel im übrigen Darm zu achten.
Die Operation wird mit einem mehr oder weniger langer Schnitt in der Mitte des Bauches durchgeführt. In den letzten Jahren hat sich zunehmend auch die laparoskopische Sigmaresektion etabliert. Dabei wird die Operation nur durch wenige zentimetergroße Schnitte operiert. Lediglich zur Entfernung des Darmes ist ein entsprechend großer Schnitt notwendig. Dieser kann am Nabel, im linken Unterbauch oder oberhalb des Schambeines angelegt werden. Die Operation selbst erfolgt laparoskopisch ähnlich den herkömmlichen Techniken. In einer Multizenterstudie wurden eine Letalität von 1,1% und eine Umstiegsrate zur herkömmlichen Operationstechnik von 7,2 % (bei komplizierten Fällen 18,2% ) angegeben. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass das laparoskopische Verfahren in allen Hinchey-Stadien gut ist, jedoch große Erfahrungen des Operateurs voraussetzt. In einer Vergleichsstudie wies die laparoskopische Sigmaresektion eine gleich große Sicherheit wie die der konventionelle Operation auf.
Die akute, komplizierte Divertikulitis ist als gefährliche Krankheit mit einem entsprechenden Risiko einzustufen. Die Sterblichkeit ist abhängig vom Ausmaß der Bauchfellentzündung und reicht von 9 bis 50%. Lediglich nach elektiver oder frühelektiver Operation der Kolondivertikulose sind gute Ergebnisse zu erwarten.
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