Bewährt hat sich bei hochakuten Stadien die zusätzliche Gabe von Cortisonpräparaten (40-60 mg Prednisolon pro Tag). Bei gutem Ansprechen der Therapie ist eine schrittweise Reduktion angezeigt, um die Nebenwirkungen wie Wassereinlagerung vor allem im Gesicht und Körper und Störungen des Blutzuckerstoffwechsels zu minimieren.
Budesonid (Cortisonhältig) steht auch als Fertig-Einlauf (Entocort-Klysmen®) zur Verfügung. Der Einlauf wird üblicherweise abends verabreicht und wirkt lokal im linksseitigen Dickdarm, vor allem aber im Mastdarm.
Bei schlechten Ansprechen auf die konventionelle Therapie werden mit gutem Erfolg immunsupprimierende Medikamente (z.B. Imurek) verabreicht. Da es sich dabei um Substanzen handelt, die die körpereigenen Abwehrmechanismen unterdrücken, muss auf die Nebenwirkungen, wie z.B. ein erhöhtes Krebsrisiko hingewiesen werden. Ein Wirkungseintritt ist erst nach 2-3 Monaten zu erwarten.
Die Dauer der Rezidivprophylaxe ist umstritten. Üblicherweise wird nach einer 2-jährigen ununterbrochenen beschwerdefreien Phase ein Auslassversuch unternommen.
Eine psychotherapeutische Behandlung wirkt sich im Intervall günstig auf den Verlauf aus. Im akuten Krankheitsschub hat die große Psychoanalyse nicht die erwarteten Erfolge gezeigt.
Wann müssen operative Maßnahmen ergriffen werden?
Die Indikation zur elektiven (geplanten) Operation besteht, sobald ein Karzinom oder eine hochgradige Schleimhautdysplasie nachgewiesen wurde. Notfallmäßig muss bei Komplikationen der Colitis operiert werden (Durchbruch, massive Blutung, kompletter Darmverschluss, fulminante toxische Verlaufsform mit schweren Allgemeinsymptomen).
Die chirurgischen Verfahren haben die komplette Entfernung des erkrankten Dickdarms als Ziel. Dies bedeutete früher nicht nur die Entfernung des gesamten Dickdarmes, sondern auch die definitive Anlage eines künstlichen Dünndarmausganges (anus praeter). Neue Operationstechniken ermöglichen zumeist die eine Schonung des analen Schließmuskelapparates. Auch ist es heute bereits möglich den Schließmuskel durch aufwendige Rekonstruktionen mit eigenen Muskelanteilen zu ersetzten oder durch die Implantation prothetischer Hilfsmittel die Kontinenz nach ausgedehnten Resektionen zu erhalten. Vorübergehend muss jedoch auch in diesen Fällen ein künstlicher Ausgang in Kauf genommen werden.
In letzter Zeit wurden an einigen Abteilungen die Resektionen bei einer Colitis ulcerosa bereits laparoskopisch durchgeführt.
Trotz der Fortschritte der medikamentösen Therapiemaßnahmen hat die ausgedehnte Colitis ulcerosa noch immer eine schlechte Prognose. Die operative Entfernung des erkrankten Darmes bedeutet für die meisten Patienten eine definitive Heilung.
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